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Deutsche Landwirtschaft

Presseartikel

Erster Bio-Markt ein Magnet

01.10.2012

Tausende besuchen Waren- und Mitmach-Angebot im Freilichtmuseum auf der Insel in Stade

STADE. Die Hansestadt hat eine neue Attraktion: Tausende Besucher gaben den Veranstaltern des 1. Inselmarktes Recht. Die Zeit ist reif für einen reinen Bio-Markt in Stade. Und der Standort Freilichtmuseum bewährte sich am Sonntag auch. Die beteiligten Erzeuger, die Akteure der Stader Museen und
die vielen Kunden zeigten sich mehr als zufrieden.

"Ich wusste, dass es laufen würde", strahlte Mitorganisator Erwin Otto vom Bio-Betrieb Cuxland aus Hemmoor eine Stunde nach Markteröffnung. Da waren schon alle 25 Stände umlagert, strömten zielgerichtet Käufer auf Biofleisch, Eier aus artgerechter Haltung, besondere Brotwaren oder ungespritzte Äpfel zu, hatten Familien Freude daran, Schweine zu füttern, Butter zu stampfen und Saft zu pressen, und fanden Spaziergänger den Weg in die Altländer Scheune und auf die Terrasse des Inselrestaurants.

Landwirtsfamilie Otto steht seit elf Jahren auf dem Stader Wochenmarkt und weiß um die große Nachfrage nach biologisch und nachhaltig angebauten Lebensmitteln. "Es ist eben etwas anders, ob man im Discounter kauft und sich auf einen Stempel verlassen muss, oder ob man ein Gesicht vor sich und
jemanden direkt in der Verantwortung hat", sagt Otto, der alle seine Zulieferbetriebe für den Markt hatte gewinnen können. Gemeinsam wollten sie zeigen, wie anders es schmeckt, wenn Äpfel gerade geerntet und Kartoffeln frisch gerodet wurden und Fisch und Fleisch ohne große Umwege direkt zum Verbraucher kommen. 

Joachim Klopp aus Visselhövede etwa, der Cuxland wöchentlich frisch mit Schweinen und Kartoffeln beliefert. Fünf Läufer (vier Monate alt) hatte der Mäster in einem Gehege dabei und Kinder wie Helge (9) aus Stade erlebten zum ersten Mal in ihrem Leben, wie ein Schwein aussieht, das ihnen das Schnitzel liefert.

Auch Obstbauer Henry Jungclaus aus Engelschoff-Neuland hatte sich von Otto zur Teilnahme "überreden"
lassen. Eigentlich verkauft er nur im Hofladen, für Märkte hat er gar keine Zeit. Vor drei Jahren hat
Jungclaus auf Bio umgestellt, 20 Apfelsorten hat er im Angebot und am Sonntag fanden sogar Buxtehuder
den Weg an seinen Anhänger. "Vielleicht lohnt es sich häufiger", denkt er jetzt.

Goldener Herbst und Erntedank-Zeit - irgendwie hatten auch Sebastian Möllers, Leiter der Stader Museen,
und Hans-Eckhard Dannenberg vom Landschaftsverband vom Vorbereitungsteam das Gefühl gehabt, dass der Inselmarkt zur idealen Zeit kommt. Jetzt scheint auch noch die Sonne, strömen die Menschen und
schon bald steht fest: Diesen Markt dürfte es zukünftig zweimal im Jahr geben, einmal im Frühjahr und
einmal im Herbst.

"Dieser Zulauf war zu erwarten", findet Angelika Vollmers aus Himmelpforten, die mit ihrem Stand die GdS
(Gesellschaft deutscher Staudenfreunde) vertritt und gerne erklärt, wo welche Gartenpflanzen am besten
gedeihen. "Nette Leute hier", ist ihr Eindruck, viele möchten mir ihr fachsimpeln. 100 Meter weiter hat
Wolfgang Borchert aus Hemmoor ein Heidestrauß-Paradies im Angebot. Auch er ist angetan von Stade und dem Publikum. "Ich komme gerne wieder."
Der Inselmarkt bietet eine Reihe von Mitmachaktionen. Wer sich zuhause weiter über bäuerliche
Landwirtschaft informieren will, findet viel Lesestoff beim BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz). (je)

Quelle: http://www.tageblatt.de

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